niwo archiv
Nicole König und Wolfgang Thies




There are visits from the cockatoos as well. One sits peacebly in a wild plum tree. He regards me, holds out a plum kernel in his claw as if to say, "Would you like a bite?" I want to say, "This is a public garden. You are as much a visitor as I, it is not up to you to offer me food." But public, private, it is no more than a puff of air to him. "It's a free world," he says.
aus: J.M.Coetzee, Diary of a Bad Year, vintage books, London 2008


eine demokratische ästhetik
(respektive: nichts funktioniert, wie es hergestellt worden ist.)
Videoprojekt,
gefördert vom Kulturamt Lichtenberg, 2011

Die bundesdeutsche Hauptstadt zeichnet sich durch eine Vielfalt künstlerischer Arbeiten im öffentlichen Raum aus. In allen spiegeln sich die Facetten einer wechselhaften Identitätspolitik, der AnwohnerInnen tagtäglich begegnen. >>

politisierung der intelligenz,
zu s. kracauers "die angestellten"
Installation vorm Rathaus Tiergarten, 2011

(...) In diesem Sinne, und ursprünglich nur in ihm, denkt der Verfasser marxistisch. Freilich führt gerade sein Vorhaben um so tiefer in den Gesamtaufbau des Marxismus, als die Ideologie der Angestellten eine einzigartige Überblendung der gegebenen ökonomischen Wirklichkeit, die der des Proletariers sehr nahe kommt, durch Erinnerungs- und Wunschbilder aus dem Bürgertum darstellt. Es gibt heute keine Klasse, deren Denken und Fühlen der konkreten Wirklichkeit ihres Alltags entfremdeter wäre als die Angestellten. Mit anderen Worten aber will das heißen: Die Anpassung an die menschenunwürdige Seite der heutigen Ordnung ist bei Angestellten weiter gediehen als beim Lohnarbeiter. Seiner indirekteren Beziehung zum Produktionsprozeß entspricht ein viel direkteres Einbegriffensein in gerade jene Formen zwischenmenschlicher Beziehung, die diesem Produktionsprozess entsprechen. >>
aus: Walter Benjamin, Die Gesellschaft 7.1 (1930), S.473- 477

wem gehört die stadt?
Partizipatives Projekt,
gefördert vom Berliner Projektfonds kulturelle Bildung, 2011

"Sonst komme ich nie hierhin. Ist eigentlich ganz nett. Nur hauptsächlich für Touristen."
Anmerkung einer Schülerin nach einer Kunstaktion auf dem Bebelplatz 2010

In den 20 Jahren nach der "Wende" wurde Berlin rasant umgestaltet. Die Mauer ist weg, Brachen sind geschlossen, Gründerzeitviertel saniert, DDR Staatsforum sowie störende Hochhäuser entsorgt. Shoppingmalls und ein Netz von Discountern durchziehen die Stadt. Neue Parkhäuser erlauben den noch bequemeren Weg zu Oper und Hotel. Nur die Mitte steht nach dem Abriß des Palastes weiterhin leer. Dort soll eine auf Fassaden reduzierte Kulisse des 1950 gesprengten Hohenzollernschlosses erstehen. >>

gedenklücken oder the empty space
Partizipatives Projekt,
gefördert vom Berliner Projektfonds kulturelle Bildung, 2010/11

Gegenwart und Vergangenheit, Orte und Ereignisse hängen zusammen. Dies zu verdeutlichen, spielen Denkmäler eine zentrale, aber keineswegs neutrale Rolle.
Was wird erinnert und wie? Wem wird gedacht und warum? Was wird betont, was ausgelassen? Ist, was offiziell erinnert wird, auch uns wichtig?

Die aktuelle Ausschreibung für ein Georg- Elser- Gedenkzeichen in Berlin nahmen wir zum Anlaß solcherart Fragen mit Schülerinnen und Schülern der 8a des Menzel- Gymnasiums zu erörtern. >>

auf den spuren von egon erwin kisch
Partizipatives Projekt,
gefördert vom Projektfonds kulturelle Bildung Lichtenberg, 2010

Der in Prag geborene Journalist Egon Erwin Kisch lebte bis zu seiner Verhaftung und Ausweisung infolge der nationalsozialistischen Machtergreifung während der 20- er Jahre in Berlin. Er war bekannt für sein politisches Engagement, seinen scharfen Blick auf Details und seine Sensibilität für das vorgeblich Selbstverständliche. Seine Reiseberichte aus Europa, Amerika, Australien und Asien ergänzten eine jahrzehntelange Arbeit als Korrespondent deutscher, österreichischer und tschechischer Zeitungen.

Kinder und Jugendliche des BBC- Jugendclubs begaben sich im Sommer 2010 auf Kischs Spuren. >>

randbedenken
Recherchen zu Weissensee, 2005- 2008

"Aber schreiben wir uns nicht alle von solchen Daten her? Und welchen Daten schreiben wir uns zu?"
Paul Celan, Büchnerpreisrede, 1960

Im Rahmen der Ausstellung "Randbedenken" stellen wir unsere Recherchen zum Berliner Stadtteil Weissensee zur Diskussion.
Ausgangsbasis des Projekts bildet der jüdische Friedhof, der als Bestattungs-, Zufluchts-, und Erinnerungsort die Vergangenheit und Gegenwart dieses peripher gelegenen Bezirks spiegelt und bricht. >>

pforzheim möbliert
Zeitungsbeitrag PZ, 2008

Schlägt man im Grimmschen Wörterbuch der deutschen Sprache „Möbel“ nach, so werden verschiedene, sämtlich vom französischen „meuble“ abgeleitete Bedeutungen aufgeführt:
Zunächst taucht der Begriff im 15. und 16. Jahrhundert in Rechtsquellen des Mosellandes auf und wird im Sinne von fahrender Habe verwendet; sicher als Gegenstück zum unbeweglichen Besitz, dem Immeuble, sprich des Hauses: „ain Erbschaft, Möbel oder andere Sachen.“
Später und davon unabhängig finden wir das Wort weiterverbreitet für „hausrat, der ein zimmer wohnlich macht“; bei Lessing aber gleichzeitig in der Bedeutung einer „undurchdringlichen Rüstung“, was einige interessante Assoziationsketten nahelegt. So könnte man sich beispielsweise Rüstungsmittel als notwendiges Staatsmobiliar denken und mit dem jungen Hegel schließen: “...und das soll er nicht, also soll er aufhören.“ (1) >>

wo liegt bat yam?
Ausstellung, 2008/09 (java)

"Jetzt müssen wir uns die Türken auch noch in der Bibliothek ansehen!"
Ausruf eines Besuchers der Stadtbibliothek Neukölln angesichts der Fotografien der Ausstellung.

Bat Yam Platz 1, so lautet die Adresse von Gemeindehaus und Bibliothek der Neuköllner Gropiusstadt. Doch: Wo liegt Bat Yam? Die Frage mag sich mancher stellen. Eine bündige Antwort wäre: in Israel, unweit Tel Avivs.

the path to leadership
Kurzfilm, 2007 (flash)

"the path to leadership"- Werbung einer privaten Wirtschaftshochschule am einstigen Staatsratsgebäude der DDR. Ausgangspunkt einer Fahrt durch die Berliner Mitte zwischen Neuer Wache und Bundeskanzleramt.

idées recues
Internetanwendung 2007 (java)

Ende des 19. Jahrhunderts plante der Romancier Gustave Flaubert einen Dictionnaire des Idées recues, ein Wörterbuch der Allgemeinplätze.

absence
Ausstellungsprojekt 2006

"Wenn sie ein Schiff in Seenot erspähten, verließen die Bewohner ihre Häuser und sonntags die Kirche..."

Strandgut der Neuzeit. Hirsholmene- eine Insel im Skagerak: vom Schlachtfeld zum Denkmalschutz.

land des clubs
Internetprojekt, 2006 (flash)

Land der Clubs und Vereine ist Deutschland. Land der Ideen und Prädikate ebenfalls. Seit der Fußball- WM 2006 lassen sich viele Institutionen mit drei Punkten in den Landesfarben schmücken. Ein Mitinitiator und Großsponsor der Kampagne unternimmt mit seinen Mitgliedern Clubreisen.

das große spiel
Gespräch mit einer Freundin, 2004 (mp3)

"Man muß es ja auch mal in Frage stellen, das Spiel..."



Menzel Oberschule

Kuenstlerhaus Lukas

Gerd Roscher

BBC Jugendclub

Kunst an der Autobahn, Jena

Nicole König

Wolfgang Thies


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